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Reparatur bzw. Wartung des Bremskolben der Hinterhachse PDF Drucken E-Mail
Reparatur bzw. Wartung des Bremskolben der Hinterhachse J63
Anleitung:

Bremsen sind kein Spaß, wer es sich nicht zutraut sollte die Finger weglassen!!!
Scheibenbremse hinten Bremszylinder zerlegen.

Ein altes Leiden der J63-Serie ist eine Feststellbremse (Handbremse), die sich nicht mehr lösen lässt. Soll heißen sie hängt fest. Letzten Herbst hat es mich auch getroffen. Bei der Reparatur sind einige Bilder entstanden, mit denen ich jetzt die Arbeit beschreiben kann. Der Abbau der Scheibenbremse ist ja kein Problem Handbremsseil aushängen, Keile raus, Schrauben auf, Bremsklötze raus und man hält das Ding in Händen, nur die Bremsleitung wollte bei mir nicht runter. Also alles mit angeschlossener Bremsleitung ist zwar nicht so bequem, aber geht auch.
Beim Zerlegen bin ich wie folgt vorgegangen:

  • Die Gummikappe öffnen (Kabelbinder abschneiden) und umklappen, mit einem Lappen so viel Fett wie möglich entfernen.
  • Es wird der äußere Teil der Mechanik sichtbar. Der Hebel, an dem das Seil eingehängt wird hat eine Nut, in der eine Klinke sitzt. Eine Rückstellfeder gibt's da auch noch. Der Hebel ist durch einen Sicherungsring fixiert. Den muss man lösen und den Hebel vorsichtig nach oben rausschlagen. Vorsicht, Feder und Klinke fallen dabei heraus.
  • Jetzt liegt die Bremswelle frei, die erstens den Kolben beim Handbremsen bewegt, und zweitens für die Nachstellung der Bremse sorgt.
  • Dann sollte man schon den Bremskolben herausdrücken. Falls der nämlich steckt, ist geht er mit einem Druck aufs Bremspedal (Motor anlassen, wegen Bremskraftverstärkung) leichter raus. Die Bremswelle dabei langsam "herausdrehen". Nicht zu weit, sonst ist der Bremszylinder offen und hat keinen Druck mehr.
  • Wenn der Kolben raus ist, kann die Bremswelle auch ganz rausgezogen werden. Auf der Bremswelle sind noch einige Federscheiben aufgefädelt. VOR dem Abnehmen der Scheiben die Lage merken. Hinweis: die Scheiben sind KEGELIG!!! Es ist also die Einbaurichtung wichtig.
bremsen2-bild1.jpg
 
  • Die Nachstellmechanik im Kolben sieht innen so aus. Der Sicherungsring ist schon entfernt, der Rest fällt raus. Wenn nicht, kann man mit der Bremswelle von hinten nachhelfen.
bremsen2-bild2.jpg
 
  • Die äußeren Teile, wie ich sie im Text bezeichne von links nach rechts: Bremswelle, Klinke, Hebel, Feder. Es fehlen auf dem Bild die Federscheiben und die Gummikappe.
 
bremsen2-bild3.jpg
  Die inneren Teile, wie ich sie im Text bezeichne von links nach rechts:
Kolben, Feder und Mutter, Kugellager, Scheibe, Sicherungsring.
 
  •  Jetzt kann man alle Teile auf Anlaufspuren (Riefen, Rostflecken, ...) überprüfen. Was, wann, getauscht werden muss oder ob es reparabel ist, muss jeder selber wissen.
 

Die Mechanik der Bremsnachstellung funktioniert wie folgt:
Beim Bremsen wird der Kolben aus dem Zylinder gedrückt. Dabei muss sich die Mutter um die Bremswelle drehen. Durch die Feder, die fest an der Mutter anliegt, kann sich die Mutter nur in eine Richtung gegenüber dem Kolben verdrehen. Der Kolben selbst wird ja von einer Nase am Bremsbelag am Drehen gehindert. So kann sich die Mutter nur von der Bremswelle herunterdrehen. Der Kolben kann jetzt eigentlich gar nicht mehr zur&uuml.ck. Nur durch das Spiel in der Mechanik lässt er sich von den Belägen ein wenig zurück drücken. Beim Zurückstellen muss dann ja immer der ganze Kolben 'hinein' gedreht werden. Wenn jetzt die Handbremse betätigt wird, wird der Kolben von der Bremswelle nach außen gedr&uumlckt. Beim Lösen wird die Bremswelle von den Federscheiben zur&uumlckgezogen. Irgendwo da muss auch der Fehler liegen. Wenn nicht, hätte man vorher die Bremsseile auf Gängigkeit prüfen sollen :-)

Zusammenbauen:

  • erst den Kolben wieder zusammensetzen. D.h. die Feder auf die Mutter stecken, die Mutter so in den Kolben stecken, dass die Feder in der Bohrung einrastet und somit gegen verdrehen gesichert ist.
  • Das Kugellager einsetzen, die Scheibe drauf und den Sicherungsring einhängen. Ich habe alle Teile mit einem speziellen Bremsenfett eingefettet. Normales Fett darf auf keinen Fall verwendet werden.
  • Neue Bremsmanschetten einsetzen, keinesfalls die alten verwenden.
  • Den Kolben einbauen.
  • Die Federscheiben RICHTIG auf die Bremswelle stecken und die Bremswelle einschieben und dann die Welle an ihren Platz stecken und hineindrehen.
  • Die Federn mit einer Schraubzwinge (es gibt sicher auch Spezialwerkzeug dafür) zusammendrücken.
 
bremsen2-bild4.jpg 
 
bremsen2-bild5.jpg
 

  • Dein Hebel in die Gummikappe stecken. Nicht so wie am Foto, ich hab diesen Schritt dreimal gemacht, weil ich die erst die Feder und dann die Gummikappe vergessen habe.
  • Die Klinke, die Feder und den Hebel mit der Gummikappe einbauen. Dabei darauf achten, dass die Lagerbüchsen nicht herausgedr&uumlckt werden.
  • Sicherungsring montieren.
  • Das Ganze gut einfetten und die Gummikappe wieder mit einem Kabelbinder befestigen.

Die Schrauben an der Bremse sind mit einem Sicherungskleber versehen. Daher unbedingt neue Schrauben oder einen entsprechenden Kleber verwenden. Nach dem Einbau der Klötze muss die Bremse natürlich entl&uumlftet werden. In manchen Reparaturhandbüchern steht, dass man den Bremsschlauch abklemmen soll, um das Auslaufen der Bremsflüssigkeit zu verhindern. Ich halte davon wenig, weil der Bremsschlauch dabei stark gequetscht wird und dabei beschädigt werden könnte.

Das ganze ist ein Erlebnisbericht von der Wartung meiner Bremse, für die Richtigkeit übernehme ich keine Verantwortung!

 

 

 
 
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