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Vorgeschichte PDF Drucken E-Mail

Alle Welt redet vom Renault Espace. Dabei ist der Espace eigentlich gar kein Renault.

Die Vorgeschichte des Espace begann um 1978 in den USA.

In den Jahren zuvor waren die Ölkrise und die Individualisierung des Autos als Lebensraum maßgebliche Faktoren. Letzterer führte u.a. zunehmend zu Umbau bzw. Absatz von luxuriös ausgestatteten Lieferwagen (Vans) als rollende Wohnzimmer. Allerdings widersprach dieser Fahrzeugtypus dem Trend zu weniger Verbrauch und kleineren Autos.

Chrysler kam infolge dieser Umstände zum Schluß, daß es einen Markt für eine (nach amerikanischen Verhältnissen) Kleinwagen-Ausgabe eines Vans geben müssen - die Idee des Minivans war geboren. Es wurde entschieden, daß zwei solcher Fahrzeuge entwickelt werden - eines für den amerikanischen (der spätere Chrysler Voyager) und eines für den europäischen Markt. Die Entwicklung der europäischen Variante wurde dem Kleinserienspezialisten Matra übertragen, der seit 1970 zu 50% Chrysler Europe gehörte und dessen Sportwagen (mit Stahlchassis und Kunststoffkarosse) seitdem über das Händlernetz von Chysler-Simca verkauft wurden.

Matra also, aha. Aber was bitte hat das mit Renault zu tun?

Eins nach dem anderen... 

 

1980 verkaufte Chrysler aufgrund eine massiven wirtschaftlichen Schieflage seine gesamten europäischen Aktivitäten an Peugeot. Dort war man vor allem an den schlecht ausgelasteten Produktionsstätten interessiert - aber überhaupt nicht an einem unorthodoxen Kleinserienhersteller. Die Matra-Anteile wurden verkauft, die Autos aber weiter über das in Talbot umbenannte Händlernetz vertrieben.

1981 präsentierte Matra dem Vorstand von Peugeot den Nachfolger des Rancho - die europäische Version des Minivan. Der Vorstand war entsetzt. Es ist die Aussage überliefert, ein solches Auto könne man 'seinen Händlern nicht zumuten'. Matra hatte keine Reserven für eine Neuentwicklung und kein eigenes Händlernetz - also blieb nichts anderes übrig, als einen anderen Partner für den Vertrieb des neuen Fahrzeuges zu suchen.

1982 fand sich dieser Partner - Renault. Der damalige Staatskonzern steckte selbst tief in den roten Zahlen und arbeitete an einer grundlegenden Erneuerung seiner Produktpalette (Ende 1988 gab es kein Modell mehr aus der Verkaufspalette von 1980!). Das neuartige Raumfahrzeug paßte da prima ins Konzept, das Zukunft vermitteln sollte - zumal es der 'Regie' (frz. für: Staatsunternehmen) ohne eigene Entwicklungskosten quasi in den Schoß fiel!

1983 wurde umgebaut: Die quer eingebaute Talbot Horizon (manche Quellen sprechen auch von Citroen BX)-Technik mußte dem längs eingebauten 2-Liter-Block von Renault weichen, auch beim Rest der Technikerfolgte der Griff ins Renault-Teile-Regal. Und so war schon zum Ende des Jahres das fertig, was der Öffentlichkeit einige Monate später als 'Espace' vorgestellt wurde.

Anfang 1984 wurden im Matra-Werk in Romorantin die Bänder gestoppt, die Produktion von Rancho und Murena eingestellt und alles für die Produktion des Espace vorbereitet. Im Juni begann dann die reguläre Produktion des J11... und damit wird aus der Vorgeschichte die Geschichte des Espace. 

 
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